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EMV Messtechnik

EMV Messtechnik

Der Begriff EMV bezeichnet nichts anderes, als dass ein elektrotechnisches Produkt in seiner Umgebung zufriedenstellend funktioniert und nicht durch irgendwelche Störungen aus der Nachbarschaft oder weiteren Umgebung elektromagnetisch beeinflusst wird und andererseits selbst keinerlei Störungen erzeugt, die in dieser Umgebung eine Störung, d.h. elektromagnetische Beeinflussung hervorrufen. Mit anderen Worten kann man sagen, dass es bei der EMV um die Störaussendungs- und die Störfestigkeitsproblematik von elektrotechnischen Produkten und Einrichtungen untereinander geht. Dabei sind immer geleitete und gestrahlte Störaussendungs- und Störfestigkeitsproblematiken gleichermaßen beinhaltet.
Nachfolgend finden Sie unser komplettes Produktprogramm zum Thema EMV, sowohl für die Immission ( Störbeinflussung ) als auch Störemission (Störabstrahlung gestrahlt und leitungsgeführt).


emtest_logoSollten Sie eine Norm erfüllen müssen und Sie wissen nicht mit welchen Prüfmittel und wie, klicken sie bitte auf dieses EMTEST-Logo und sie werden mit dem Produktselektor verbunden !!!



Leitungsgebundene Störungen

Elektrische schnelle Störimpulse in Folge des Schaltens von induktiven Lasten (Burststörung)
Hierbei handelt es sich um elektromagnetische Störungen, die durch schnelle Veränderungen der Spannung und des Stromes in der Umgebung als Ergebnis eines abrupten Wechsels von einem nicht-leitenden zu einem voll-leitenden Schaltzustand oder umgekehrt verursacht werden, z.B. beim Schalten von induktiven Lasten mit Lichtbogenbildung zwischen den mechanisch bewegten Kontakten vor ihrer Trennung.

Parameter: Weitbandpulsstörung, Anstiegszeit der Impulse von einigen Nanosekunden, geringer Energiegehalt und hohe Wiederholungsrate.

Normenverweis: IEC/EN 61000-4-4

Schalten von induktiven oder kapazitiven Lasten in Hauptstromversorgungssystemen
Das Schalten von schweren induktiven oder kapazitiven Lasten in Niederspannungs-Stromversorgungssystemen verursacht je nach Installationskategorie Störimpulse mit hohem Energiegehalt und hohen Spannungsbereichen.
Parameter: Spannungsbereich von mehreren zehn Kilovolt, Strombereich von mehreren zehn Kiloampere, hochenergetische Impulse mit Anstiegszeiten und Wirkungsdauer im Mikrosekundenbereich.
Normenverweis: IEC/EN 61000-4-5

Atmosphärische Entladungen wie Blitzeinschläge
Blitzeinschläge in Hochspannungs-Stromversorgungssystemen führen zu Störsignalen in Niederspannungs-Stromversorgungssystemen. Über Kupplung können diese Störsignale auch in Datenbussystemen, Peripherieleitungen und jedweden Verkabelungen im industriellen Bereich auftreten.
Parameter: Spannungsbereich von mehreren zehn Kilovolt, Strombereich von mehreren zehn Kiloampere, hochenergetische Impulse mit Anstiegszeiten im Mikrosekundenbereich.
Normenverweis: IEC/EN 61000-4-5

Stromversorgungsausfälle
Durch Netzwerk- oder Installationsfehler sowie durch abrupte große Lastveränderungen können Spannungseinbrüche und Kurzzeitunterbrechungen entstehen. In bestimmten Fällen können zwei oder mehrere aufeinanderfolgende Einbrüche oder Störungen vorkommen. Spannungsveränderungen werden durch an das Stromversorgungssystem angeschlossene kontinuierlich wechselnde Lasten verursacht.
Parameter: Dieses Phänomen tritt willkürlich auf und kann anhand der Abweichung von der Nennspannung und der Wirkdauer charakterisiert werden.
Normenverweis: IEC/EN 61000-4-11

Elektrostatische Entladung
ESE tritt auf, wenn das statische Elektrofeld zwischen zwei Objekten die Durchschlagfestigkeit der Luft zwischen den Objekten überschreitet. Die Entladung ist ein komplexer Vorgang, der eine lokale Übertragung der Ladung im Entladungsmoment, eine Kopplung der beiden betroffenen Objekte in der Nähe des elektromagnetischen Feldes, einen induzierten Stromfluss im Objekt, das die Entladung empfängt, sowie eine gestrahlte elektromagnetische Energieabgabe des geladenen Objektes und des Lichtbogens der Entladung umfasst. All diese Phänomene können zu Fehlfunktionen führen und in einigen Fällen Geräteschäden hervorrufen.
Parameter: Die Hauptauswirkungen werden durch den Entladungsstrom (< 100 A) und die Entladungsspannung (< 30 kV) mit Anstiegszeiten im Nano- und sogar Pikosekundenbereich verursacht.
Normenverweis: IEC/EN 61000-4-2

Durch Radiofrequenzfelder induzierte leitungsgebundene Störungen
Leitungsgebundene Radiofrequenzstörungen treten im Zusammenhang mit RF-Sendern auf und wirken auf Kabelverbindungen wie Stromversorgungsleitungen, Signalleitungen und Erdungsanschlüsse zwischen verschiedenen Komponenten eines elektrischen oder elektronischen Systems.
Parameter: Das Störungssignal ist ein amplituden- oder pulsmoduliertes Signal mit einer typischen Frequenz zwischen 9 kHz und 80 MHz mit zeitweiligen Erweiterungen auf bis zu 230 MHz.
Normenverweis: IEC/EN 61000-4-6

Oberschwingungsstromemission
Mit der steigenden Anzahl von elektronischen Stromversorgungen, die für eine breite Palette von Geräten genutzt werden, ist die Anforderung nach einer Reduzierung der Oberschwingungsstromemission immer wichtiger geworden. Die Stromversorgungsunternehmen unternehmen große Anstrengungen, um die Oberschwingungsemission auf einem beachtlich niedrigen Stand zu halten, da Oberschwingungsströme zu einer unnötigen Aufladung der Stromverteilungsinfrastruktur führen. Dies wiederum wirkt sich sowohl auf die Qualität, als auch auf die Zuverlässigkeit der Stromversorgung aus.
Parameter: Oberschwingungsströme werden bis zur vierzigsten Oberschwingung der Grundschwingung gemessen. Abhängig von der Geräteart gibt es für jede Oberschwingung festgelegte Grenzen.
Normenverweis: IEC/EN 61000-3-2, IEC/EN 61000-3-12

Spannungsveränderungen, Spannungsschwankungen und Flackern
Während eines kompletten Arbeitszyklus eines Gerätes können plötzliche Spannungsveränderungen, Spannungsschwankungen und Flackern auftreten. Dies kann die Qualität der Stromversorgungsspannung beeinflussen. Flackern ist visuell erkennbar, da die Lichtstärke einer Lampe sogar für sehr kurze Zeiten signifikant abfallen kann. Um dieses Phänomen auf ein Minimum zu beschränken, wurden Grenzwerte für die Auswirkungen von Ladungsveränderungen in öffentlichen Stromversorgungssystemen eingeführt.
Normenverweis: IEC/EN 61000-3-3, IEC/EN 61000-3-11

EMV-Pulse im KFZ
Neben dem oben beschriebenen Grundphänomen gibt es für spezielle elektrische und elektronische Systeme wie Fahrzeuge eine große Anzahl zusätzlicher Anforderungen. Diese Anforderungen basieren auf der Tatsache, dass innerhalb eines Fahrzeugversorgungssystems eine große Anzahl von Untersystemen und Komponenten installiert ist, die auf der einen Seite Störungen verursachen und auf der anderen Seite gleichzeitig Störungen ausgesetzt sind. Einige der Phänomene, die in Fahrzeugen auftreten, gleichen den in den IEC Grundnormen spezifizierten Phänomenen, andere sind systemspezifisch. Verschiedene Fahrzeughersteller haben eigene EMV-Anforderungen für leitungsgebundene und gestrahlte Störungsimmunität und Emissionsmessungen entwickelt. Diese Anforderungen ersetzen die nationalen und internationalen Normen für EMV-Messungen in Fahrzeugen (z.B. ISO7637, SAE J1113, JASO).